Kaufsucht: Ein Interview mit einer kaufsüchtigen Person

Herzlich Willkommen zu dem heutigem Interview zum Thema Kaufsucht. Wir haben eine kaufsüchtige Person interviewt. Ihr Name wurde geändert, um die Persönlichkeitsrechte der Person zu schützen.
 
 
Als aller erstes wollen wir uns bedanken, dass sie sich dazu bereit erklärt haben, ein Interview mit uns zu machen.
 
„Sehr gerne. Ich finde es gut, weil es viel zu viele Menschen gibt, die alleine mit diesem Problem dastehen. Vielleicht kann ich ihnen hiermit helfen.“
 

So, fangen wir mit der ersten Frage an: Wann haben Sie eigentlich gemerkt, kaufsüchtig zu sein? Wurden Sie durch Freunde oder Familie darauf aufmerksam oder kamen Sie von alleine darauf?
 
„Durch Freunde und Familie habe ich es nicht bemerkt. Es fiel mir erstmals auf, als ich nach New York zog und dort Monate lang mein ganzes Gehalt für Shopping-Touren ausgab“.
 
Wie konnten sie eigentlich mit der Kaufsucht in New York „überleben“ beziehungsweise, wie kamen sie finanziell damit klar?
 
„Ich hatte eigentlich ein gut bezahltes Praktikum bei einem ‚Hip-Hop
Record Labe‘l. Zu dem wohnte Ich in solch einer Metropole, wo es nicht sehr leicht fällt, sein Geld nicht auszugeben. Aber um auf die Frage zurück zu kommen: Trotz meiner hohen Ausgaben kam Ich relativ gut über die Runden.“
 
 
Wie haben Sie sich gefühlt, wenn sie für eine Woche nicht eingekauft haben?
 
„Um ehrlich zu sein hatte ich noch nie eine Woche, in der ich nichts für Kleider, Ausflüge oder Restaurants ausgegeben habe.“
 
Waren Sie nur speziell auf bestimmte Artikel aus oder hatten Sie keine Einschränkung in dieser Hinsicht?
 
„Eigentlich nicht. Ich war besonders auf Kleider und Schuhe aus. Zudem kaufte ich alles, was mir gefiel, auch wenn ich es nicht gebrauchen konnte.“
 
Hatte ihre Kaufsucht eigentlich eine Auswirkung auf ihre Familie und Freunde?
 
„Nein, ganz im Gegenteil. Die meisten Freunde von mir haben es passiv unterstützt, indem sie ihren luxuriösen Lifestyle auslebten und mich somit indirekt dazu zwangen, genauso viel Geld auszugeben. Ich wollte einfach dazu gehören.“
 
 
Haben sie es eigentlich geschafft der Kaufsucht zu entkommen, wenn ja wie und könnten Sie unseren Lesern ein paar Tipps geben?
 
„Ich benutze meine Kreditkarte mittlerweile nur noch in Notfällen, auch wenn es sehr schwer ist, den Gruppenzwang und der Befriedigung durch Shopping zu widerstehen. Trotzdem ist es für mich einfacher geworden, mir so Grenzen zu setzen.“
 
„Aber an Tipps kann ich nur sagen: Kontrolliert eure Ausgaben. Wenn ihr reiche Freunde habt, lasst euch nicht mitreißen, denn jeder hat seine eigene Tasche und nicht alle können sich einen Ferrari im Monat leisten.“
 
Ich möchte mich herzlich dafür bedanken, dass Sie sich bereitgestellt haben, unsere Leser über dieses heikle Thema zu informieren und unsere Fragen so offen und ehrlich beantwortet haben.
 
 
Text des Interviews von Timo Christmann, Joshua Wirkus und Kevin Trapani
Anregung durch Quelle:

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