Plastik in den Meeren – eine Verschönerung?

Wir beschäftigen uns heute mal mit dem Plastik, das in den Meeren schwimmt. Schon seit dem Jahre 1950 wurden 8,3 Mrd. Tonnen Kunststoff produziert. Das entspricht gerade einmal dem Gewicht von 80.000.000 Mio. Blauwalen. Machen wir eine kleine Vorhersage, für sagen wir einmal 2050, dann könnten wir annehmen, dass dreimal mehr Plastik als Fische in den Meeren treiben. „Was soll’s, wir brauchen keine Fische in den Meeren, die können auch in Zuchtbehältern leben, sollen mal nicht so ein Drama machen, unsere Fische. Zu dieser Zeit wurden pro Jahr knapp 1,5 Mio. Tonnen Kunststoff erzeugt, heute sind es 300 Mio. Tonnen. Ist ja nur das 200-fache. Von diesem Plastik wurden nur 600 Mio. recycelt und dezente 800 Mio. verbrannt.

 
Recyclingraten – zu hoch?
Die Recyclingraten sind weltweit extrem hoch, bspw. in Europa 30% und in den USA 9%. Nur aus Verpackungen produzieren wir Deutsche pro Kopf 37kg Plastikmüll im Jahr. Insgesamt erzeugt jeder Deutsche ca. 611kg im Jahr, ein schönes ausgewachsenes Pferd, vom Gewicht her. Estland, Luxemburg, Irland erzeugen pro Kopf deutlich mehr Plastikmüll, naja die zahlen auch weniger Steuern, folglich können die sich das erlauben. Deutschland verbraucht dabei mit 11,7 Mio. Tonnen mehr als alle anderen EU-Länder, wir können uns das ja erlauben als ‚Star der EU‘. Alleine 6 Mrd. Plastiktüten werden jährlich bei uns verbraucht, was ja nicht so viel ist, da 6 Mrd. auch für Dinge ausgegeben werden die keiner braucht. Daher sind 6 Mrd. Plastiktüten auch nicht so viel. Gebraucht wird eine Tüte im Durchschnitt 25min, also quasi als Duschhaube, Plastiktüten sind im täglichen Einkauf für viele immer noch eine Selbstverständlichkeit. Recycling in Deutschland liegt bei 42%, kann man ja aufrunden und sagen, dass es 50% sind. Zum Vergleich in Dänemark sind es etwa 90%, aber ganz ehrlich, 50% klingt wesentlich cooler. Ein Viertel des weltweiten Plastikverbrauchs belegt Europa. Sollen die anderen mehr verbrauchen und dann sind wir kein Viertel mehr. Die Herstellung des Kunststoffes bedarf rund 8% der weltweiten Ölproduktion, das klingt so klein da kann man doch auch sagen 0% fällt sowieso nicht auf.
 
Meeresbewohner – ein zu gnädiges Ende?
Nur der Müll, der in den Meeren schwimmt, kann ganz Berlin dreimal bedecken, naja vielleicht schafft es die Regierung dann mal etwas zu tun, wenn ihre Throne weg sind. Der meiste Plastikmüll wird in Südostasien verbraucht bzw. hergestellt, demnach ist es ja nicht unsere Schuld, wenn wir gerade einmal 50% verbraten, irgendwer muss es ja verbraten, sonst vergammelt es ja sinnlos. Führend ist China, ist ja klar, die haben ja auch ihre Attraktion mit dem Smog. Danach kommt Indonesien, mit ihren kleinen Kinderhänden und Leibeigenen sollten sie auch auf Platz 2 sein und danach folgen die Philippinen, klar das die Schlitzies die Top 3 sind. Nur alleine in den Vereinigten Nationen betragen die Kosten für Sammelsysteme des Plastiks, 13 Mrd. $, die Amerikaner können sich das natürlich nicht leisten Geld dafür auszugeben, das muss ja in Atomtests, Waffen oder für Nordkorea bedeutsam verwendet werden. Um das mit dem Müll im Meer zu rechtfertigen: Wir brauchen das, um nervige Tiere zu beseitigen, dann können sich sogenannte „Naturschützer“ nicht mehr aufregen, an der Zahl sind es 1 Mio. Seevögel und hunderttausende Meeressäuger pro Jahr die verenden. Demnach noch ein paar Jahrzehnte und dann sind die Viecher weg. Natürlich müssen wir auch die Nahrung verdünnen um das Ganze zu beschleunigen, wir verdünnen mit 6:1 Plastik-Plankton-Gemisch. In knapp einen halben Jahrtausend sind die Plastikflaschen sowieso zersetzt in Mikroplastik, dann sieht es keiner mehr und dann ist gut. Der Plastikanteil ist zu 99% schwebend in den Wassersäulen und am Meeresboden, wir leben nicht auf dem Meeresboden, also ist das egal. Gibt ja auch positives, Plastik saugt Schadstoffe an, wie Pestizide und Herizide.
 
Plastik als Schwimmhilfe
Wir haben durch Plastik auch unsere Meere etwas dekoriert, fünf Plastikstrudel, so verteilt, dass es von oben etwas bunter aussieht. Auch haben wir schöne Plastikteppiche an den Oberflächen die sich ein paar Kilometer hinziehen (100km). Unsere Muschelfresser haben jetzt in einer Portion Muscheln in etwa 90 Partikel Mikroplastik. Um so zu tun, als ob wir etwas machen, legen wir sogenannte Forschungsprogramme an, für Ursachen und Wirkungen und geben schlappe 28 Mio. € dafür aus, aber ganz ehrlich, wer möchte denn keinen schönen Strandurlaub für ein paar Monate kostenlos. Die Tüten für den Einkauf brauchen ca. 20 Jahre um sich zu zersetzten, also kann man sich öfters mal einen Shoppingtag leisten. Pro Jahr schmeißen wir in unsere Nordsee 20.000 Tonnen Plastik, wer nicht schwimmen kann der sollte Plastik mitnehmen, den findet man am Strand, 712 Teile pro 100m, genug für jeden. Wir haben dem größten Müllstrudel als Trophäe einen Namen gegeben für die Leistung so groß wie ganz Mitteleuropa zu sein. Sein Name lautet Great Pazifik Garbage Patch.
 
Plastik statt Wasser?
Jedes Jahr gelangen schlappe 10 Millionen Tonnen Folien, Tüten und Verpackungen aus Plastik in die Weltmeere und verursachen dort irreversiblen Schaden an, interessiert uns sowieso nicht, wir leben nicht im Meer. Plastiktüten brauchen 20 Jahre, die Lebensdauer eines Hausrindes, bis sie im Meer zerfallen, Wegwerfwindel sogar ein knappes Jahrtausend. 20% der Kunststoffabfälle stammen von Schiffen, merkt sowieso keiner, die restlichen 80% kommen vom Festland, durch Flüsse, Abwasserkanäle und Windverwehung oder vom Strand ins Meer, halt alles was wir nicht brauchen und schnell weg muss. Allein auf dem Grund der Nordsee lagern etwa eine halbe Millionen Kubikmeter Müll, das macht nicht einmal ein Hundertstel des Gesamtvolumens aus. Kosmetikhersteller verwenden Mikroplastik für: Reinigungswirkung von Zahnpasta, Duschgels und Peelingprodukten, wer schmiert sich nicht gerne Plastik auf den Körper? Die winzigen Partikel passieren Kläranlagen ungehindert und gelangen über Flüsse ins Meer, wie Terroristen durch deutsche Grenzen.
 
Zersetzungszeit – zu schnell!
US-amerikanische Forscher haben 2015 eine Studie vorgelegt, dass im Jahr 2010 bis zu 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Ozeane gelangt sein dürften, mehr als die Hälfte davon in den Pazifik, der derzeitige Präsident investiert lieber in Waffen als in die Umwelt, lieber Waffen als Sauerstoff. 23 Küstenländer der EU finden sich im Ranking der größten Plastikmüll-Emittenten, das macht nicht einmal ein Viertel der Länder aus, also ist das zu vernachlässigen. Die meisten Kunststoffe verrotten im Meerwasser sehr langsam, daher kümmern wir uns nicht weiter darum. Bei bestimmten Materialien dauert es 400-600 Jahre, kriegen wir sowieso nicht mehr mit.
Text von Justin Hanke, Özge Özkan und Somaya NematiHH

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