Erfahrungsbericht von Daniel Heine Unter welchen Bedingungen werden Kleider hergestellt

ch, Daniel Heine, berichte hier für „Consumer Update“ über die Erfahrungen und Umstände, die ich in Bangladesch gesehen und erlebt habe. Meine Mission vor Ort war die Aufdeckung der schreck-lichen Situation über die Zustände in einer Textilfabrik.
 

Ich wurde dort undercover eingeschleust, um mir ein Bild von den Menschen und der dort herrschenden Situation zu machen. Die Arbeitsverhältnisse, sowie das Arbeitsklima stehen im Konflikt zu dem, was ich aus Deutschland kenne. Ich habe ja nicht viel erwartet, aber als ich die Fabrik dann betreten hatte, war ich mehr als entsetzt.
 
 
Nach meiner Ankunft inspizierte ich die vor mir liegenden Abteilungen, um bestehende Mängel ans Licht zu bringen. Was ich dort sah ließ mich erstarren. Ich konnte diese Verhältnisse nicht unter den Begriff „Arbeitsmoral“, so wie ich sie in Deutschland kenne, einordnen.
 
Zu Kopf gestiegen sind mir vor allem die Verunreinigungen, aber vor allem der Umgang und die Anforderungen, die den Arbeitern dort zugemutet werden. Am meisten bedrückt haben mich hier die weit verschiedenen Altersgruppen, dementsprechend mussten hier auch sehr alte und junge Menschen arbeiten.
 
Um euch den Aspekt der Verunreinigungen etwas genauer zu erklären, möchte ich einige Produktionsabläufe der Firma erläutern:
Zum Beispiel werden Chemikalien nicht ordnungsgemäß genutzt und entsorgt, was zu einer schweren Belastung von Mensch und Umwelt führt. Außerdem ist der Eigenschutz nicht wie in Deutschland durch Schutzkleidung gewährleistet, die Arbeiter hantieren ohne große Bedenken mit hoch giftigen Stoffen.
 
Hinzu kommt, dass diese Herstellung die Ressourcen unserer Erde verschwendet. So benötigt ein T-Shirt zur Herstellung ca. 2700 Liter Wasser. Wenn man dies auf die durchschnittlichen Produktions-mengen von ca. 80. Millionen Kleidungsstücken pro Jahr hochrechnet, erhält man eine beträchtliche Menge, die an Wasser allein für die Herstellung von Kleidung genutzt wird. Zu viel, wie ich denke, vor allem in einem Land, in dem das Trinkwasser für die Menschen sowieso sehr knapp ist.
 
Es lag mir am Herzen noch einmal persönlich mit den Arbeitern zu sprechen, um von internen Quellen zu erfahren, wie sie ihre derzeitige Situation beschreiben würden und wie schlecht es ihnen geht.
 
Es war erschütternd zu erfahren, wie wenig sich um das Wohl der Arbeiter gesorgt wird. Diese Menschen haben kaum Geld zur Verfügung, sie bekamen lediglich 1% des Verkaufsprodukt, was etwa einem Betrag von 30€ im Monat entspricht. Mit dieser Summe ist ein anständiges Leben nicht gewährleistet. Auch auf Krankheit und Alter wird keine Rücksicht genommen.
 
Abschließend lässt sich sagen, dass Kleidung unter schlechten Bedingungen hergestellt werden, wie man aus meinen Erlebnissen und Befunden schließen kann.
 
Diese schlechten Umstände werden allein durch unseren Kaufrausch und Konsum aufrechterhalten. Wir kaufen beispielsweise durchschnittlich 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr, obwohl wir lediglich 40% tragen. Dieses Problem muss wie viele andere durch unsere Gesellschaft gelöst werden. Hierfür muss jeder lediglich sein Konsum und Kaufverhalten überdenken und bewusster handeln. Eine Lösung ist: Im Alltag stärker auf Fair-Trade-Produkte achten.
 
Bildquelle:
 
Bei dem Text handelt es sich um Fiktion
Geschrieben von Johannes Rieper und Daniel Schmitt

 

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